Elektro-Fachkräfte bleiben ein Engpass – und warum sich das so schnell nicht ändert
Drei von vier offenen Stellen in der Bauelektrik konnten 2025 rechnerisch nicht besetzt werden. Gleichzeitig startet Deutschland den größten Infrastruktur-Investitionszyklus seit Jahrzehnten. Was das für Unternehmen im Elektrobereich bedeutet.
Die deutsche Konjunktur ist nicht überall stark. Der Fachkräftebedarf ist deshalb auch nicht in jedem Beruf gleich. Im Elektrobereich zeigen die Daten aber weiterhin deutliche Engpässe – und die Rahmenbedingungen sprechen dafür, dass sich das in den kommenden Jahren eher verschärft als entspannt.
Der Markt: Fachkräftelücke 2025
Die IW-Fachkräftedatenbank (KOFA) auf Basis von Bundesagentur für Arbeit und IAB weist für 2025 im Anforderungsniveau „Fachkraft“ folgende Zahlen aus:
75,6 % der offenen Stellen in der Bauelektrik und 78,2 % in der Elektrischen Betriebstechnik konnten 2025 rechnerisch nicht besetzt werden.
Quelle: KOFA / IW-Fachkräftedatenbank auf Basis von BA und IAB, Jahresdurchschnitt 2025.
Das bedeutet: 75,6 % der offenen Stellen in der Bauelektrik und 78,2 % in der Elektrischen Betriebstechnik konnten 2025 rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden.
Für drei von vier offenen Elektro-Stellen gibt es in Deutschland keinen passend qualifizierten Bewerber.
Diese Lücke ist kein kurzfristiges Konjunkturphänomen. Sie ist strukturell – und sie trifft Unternehmen genau dort, wo Projekte Termine haben.
Der Ausblick: Mehr Infrastruktur bedeutet auch mehr Elektro
Deutschlands Infrastruktur- und Energiesysteme stehen vor einem langfristigen Investitionszyklus. Das garantiert keinem einzelnen Unternehmen volle Auftragsbücher. Es zeigt aber, warum elektrotechnische Kapazitäten auch über die aktuelle Konjunktur hinaus relevant bleiben.
Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität umfasst 500 Mrd. € über einen Investitionszeitraum von zwölf Jahren:
500 Mrd. €
Bund
Länder und Kommunen
Klima- und Transformationsfonds
Investitionszeitraum: 12 Jahre
Quelle: Bundesministerium der Finanzen; rechtliche Grundlage für die Mittelverwendung seit Oktober 2025.
Stromnetze bis 2045: Milliardeninvestitionen in Netze
Deutschland plant das Stromsystem von morgen bereits heute. Die Bundesnetzagentur schätzt den Investitionsbedarf bis 2045 wie folgt:
Netzausbau, Elektrifizierung und die Transformation der Energieversorgung erhöhen langfristig den Bedarf an elektrotechnischer Infrastruktur.
Quelle: Bundesnetzagentur, geschätzter Investitionsbedarf bis 2045.
Netzausbau, Elektrifizierung und die Transformation der Energieversorgung erhöhen langfristig den Bedarf an elektrotechnischer Infrastruktur. Die Bundesnetzagentur prüft aktuell den Netzentwicklungsplan bis 2037 mit Ausblick 2045.
Was das für Unternehmen bedeutet
Wer heute Elektro-Fachpersonal sucht, konkurriert nicht nur mit dem Wettbewerber im Nachbarort. Er konkurriert mit Netzbetreibern, Industrie, Wohnungsbau und öffentlicher Hand um dieselben knappen Profile.
Drei Konsequenzen daraus:
- Der heimische Arbeitsmarkt allein reicht nicht. Die rechnerische Lücke lässt sich mit inländischen Arbeitslosen nicht schließen.
- Passung wird wichtiger als Masse. Wenn Fachkräfte knapp sind, entscheidet die richtige Qualifikation für den konkreten Einsatz – nicht die Anzahl der Lebensläufe.
- Planbarkeit wird zum Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die ihren Bedarf früh klären und verlässliche Partner haben, sichern sich Kapazität, bevor Projekte ins Stocken geraten.
Wie wir bei POWERMONT darauf reagieren – und warum wir Recruiting nicht nur in einem Markt aufbauen – beschreibe ich im zweiten Artikel dieser Reihe.
Quellen: KOFA / IW-Fachkräftedatenbank auf Basis von BA und IAB, Jahresdurchschnitt 2025; Bundesministerium der Finanzen; Bundesnetzagentur, geschätzter Investitionsbedarf bis 2045.
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